1. Unser aktuelles Lieblingsstück

Ein rätselhaftes Stück:
35 mm hoher Fingerhut Messingmantel um vermutlich Halbedelstein oder Gießharz; dadurch ein hohes Gewicht von 61 Gramm. Ein Porzellan-Fingerhut dieser Größe wiegt rund 6 Gramm. (Für Hinweise auf die Identität des Fingerhutes sind wir sehr dankbar!)
Verzierung: Frosch auf der Kuppe.
Gekauft 2009 in San Marino.
Marke: DÉ de COLLECTION pour DÉCORATION

2. Geschichte der Sammlung

Alles fing 1994 an. Auf einer Reise an den Chiemsee machten wir in Landshut Station. Dort sah Beate einen 3x4-Setzkasten und einen normalen Andenken-Fingerhut mit dem Landshuter Wappen. Das wars. Ende. Aus. Sie war infiziert mit dem Digitalis-Virus - und zwar einem der ganz schlimmen Art. Unheilbar. Und überhaupt.

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3. Verschiedene Materialien

Fingerhüte nach dem Gesichtspunkt des Materials zu sammeln, ist eine der vielen Möglichkeiten, eine Sammlung zu strukturieren. Daraus erwachsen verschiedene Sammelgebiete - es gibt Fingerhüte aus edlen und unedlen Metallen, aus Leder, aus Holz, aus Horn, Porzellan, Bakelit, Emaille, Elfenbein, Schildpatt, Stein, Glas und und und. In Beates Sammlung finden sich Fingerhüte aus Porzellan, Keramik, Stahl, Zinn, Kupfer, Messing, Silber, Gold, Holz, Glas, Leder, Mammut-Elfenbein, Bakelit, Perlmutt, Jade, Bernstein, Alabaster, Horn, Stechginster und Riesenkohl.

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4. Die Dorcas-Fingerhüte

Dorcas-Fingerhüte bilden ein spezielles Sammelgebiet. Es handelt sich um Silberfingerhüte mit Stahlkern. Reine Silberfingerhüte hatten das Problem, zu weich zu sein. Deswegen kam Charles Horner in Hebden Bridge, Yorkshire (später in Halifax) auf die Idee, einen robusten Stahlkern mit Silber zu umhüllen. Das Verfahren ließ er sich 1884 patentieren (Patent Nummer 8954). Die ersten Dorcas-Fingerhüte trugen nicht den Namen Dorcas, sondern nur die registrierte Design-Nummer (rd. no.) oder "pat." (Eintragung als Patent). Der frühe Dorcas (etwa bis 1890) trug eine gewölbte Kuppe, später oft eine abgeflachte.

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5. Russische Lackmalerei auf Fingerhüten

Ein weiteres Feld in der Sammlung Beate Jäger bilden Fingerhüte mit russischer Lackmalerei.

Die Lackkunst ist schon 4000 Jahre alt und wurde - wen wundert's? - in China erfunden. Die Chinesen nämlich benutzten als erste den Saft des Lackbaumes als Schutz und Schmuck von Geräten und Bauwerken sowie als Bindemittel für Farben. Berühmt wurde später vor allem die japanische und die russischer Lackkunst. In Russland waren es vor allem die Ikonenmaler, die die Techniken und Fertigkeiten über Jahrhunderte perfektionierten. Palech, ein kleines Städtchen nordöstlich von Moskau, war im 18. Jahrhundert das Zentrum schlechthin für die Ikonenmalerei. Dort wurde auch die Lackminiaturmalerei auf kleinen Kästchen aus Pappmaché so perfektioniert, dass inzwischen international der Begriff des "Palekh Painting" als Synonym für russische Lackmalerei steht.

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6. Motiv-Fingerhüte

Es wurde schon wiederholt erwähnt, dass man Fingerhüte nach verschiedenen Gesichtspunkten sammeln kann. Zu den Motiv-Fingerhüten zählen unter anderm Tiere, Blumen, Wappen, Schmetterlinge, Pilze, Politiker.
In England werden gerne die Royals gesammelt, Landschaften und Sehenswürdigkeiten gehören auch zu den beliebten Motiv-Fingerhüten.
Dabei muss man unterscheiden zwischen einfach aufgemalten oder aufgebrannten Motiven und aufwendig aufgesetzten Motiven z.B. aus Porzellanfigürchen wie beim Wedgwood-Porzellan.

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7. Luxus-Fingerhüte

Wer sich im Fingerhutmuseum Creglingen umsieht, wer Sammlungen besichtigt oder auf großen Tausbörsen zu Gast ist, der hat sie alle schon gesehen: Luxus-Fingerhüte. Wir bezeichnen als Luxus-Fingerhüte solche Stücke, die zum einen ausschließlich zu Schmuck- oder Sammelzwecken hergestellt wurden und darüberhinaus durch Material oder Herstellungsverfahren besonders hochwertig sind. Als Fingerhüte jedenfalls waren sie nie gedacht und verfügen daher in der Regel auch nie über irgendwelche Gebrauchsspuren.

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8. Marken, Firmen und Fabriken

8.1. Settmacher

Neben dem Sammeln nach Motiven, Materialien oder Ausstattung ist auch das Sammeln von Fingerhüten nach Herstellern und Marken sehr verbreitet. Vor allem für die verschiedensten Porzellanmarken (wie Wedgwood, Meißen, Herend, Hutschenreuther, Lindner usw.) gibt es hoch spezialisierte Sammler. Auch wer bereits über größere Spezialsammlungen verfügt, kann diese noch einmal nach Herstellern splitten. Das ist vor allem dort relativ leicht, wo die Unterscheidung der Hersteller leicht fällt - zum Beispiel bei Fingerhüten aus Edelmetall (wegen der Punzierungen) und aus Porzellan (wegen der Marken).

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