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Die Umfrage wurde beendet ein: 07 Sep 2013 - 00:00

Ernste Absichten (1980-1985)

Weil ich meine Fotos für gut genug befand - und welcher ambitionierte Hobbyfotograf tut das nicht -, reichte ich meine Bilder bei den damals ziemlich beliebten Kreis- und Bezirksfotoschauen ein und beteiligte mich weiter fleißig an den Monatswettbewerben des "Fotokino-Magazins". Die ersten Male freilich erfolglos.
Doch Schritt für Schritt wurden meine Bilder - auch rückblickend gesehen - tatsächlich ein bisschen besser und irgendwann lief es dann "wie von selbst". Fotograf zu werden war plötzlich ein attraktives Lebensziel, ließ sich aber mit meinem einmal eingeschlagenen Berufsweg nur schwer verwirklichen - zumindest nicht kurz- oder mittelfristig. Also bemühte ich mich um den Status des ernsthaften und ernst zu nehmenden Amateurs. Ich studierte fleißig die alten und neuen Meister der Malerei, die kunsttheoretischen und die praktischen Unterschiede von Malerei und Fotografie, die spezifischen Gestaltungsmöglichkeiten und die Grenzen der verschiedenen Kunstformen. Ich fing sogar an, ungarisch zu lernen, um eine Fachzeitschrift aus Budapest, die sich in ihren Schwerpunkten dem Akt und dem Porträt widmete, lesen zu können. Dabei stieß ich rasch an Barrieren dieser schwierigen finnugrischen Sprache, denen im Selbststudium nicht beizukommen war.
Ich trat mit der Bildredakteurin des "Magazin" zwecks Streitgespräch in einen monatelangen Briefwechsel und hielt Vorträge über die Fotografie. Das war eine spannende Zeit, in der es mir mit dem fotografischen "Wachstum" gar nicht schnell genug gehen konnte. Doch schließlich wurde ich akzeptiert . Meine Bilder wurden auf Ausstellungen gezeigt und auch die Weiterbildung trug Früchte: Ich gehörte zu den Mitbegründern der Gesellschaft für Fotografie im Bezirk Dresden, wo ich damals studierte.

Meine fotografischen Schwerpunkte blieben unverändert: Ich liebte das Porträt, versuchte mich in der Aktfotografie - allerdings mit Ergebnissen, die ich heute lieber nicht mehr zeige -, fotografierte Landschaften und auch ein bisschen Reportage. Bedingt durch den Einfluss meines früheren Mentors Walter Hinghaus gelangen mit auch einige ganz passable Bühnenfotos.
Auch technisch gab es eine Veränderung: Ich sparte mir 1981 eine Mittelformatkamera Pentacon six zusammen, die aufgrund der immens großen Negativfläche von 6x6 cm (3600 Quadratmillimetern) eine entschieden differenziertere Grauwert- und höhere Detailwiedergabe ermöglichte (zum Vergleich: das Kleinbildformat kommt mit seinen 24x36 mm gerade mal auf 864 Quadratmillimeter). Dafür waren auch der Ausbau des Kamera-Equipments entsprechend teuer und vor allem ziemlich schwer. Bis zum Verkauf der "Six" arbeitete kam ich mit einem 2,8/80-mm-Biometar und mit einem 2,8/180-mm-Sonnar aus.

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